Herr Adler
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Ergebnisse der Aquakulturerhebung
Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
Rund 4.505 Tonnen an Aquakulturerzeugnissen wurden 2024 in Niedersachsen von 95 Betrieben erzeugt. Davon wurden ca. 81 Tonnen von drei Betrieben ökologisch produziert. Zu den Aquakulturerzeugnissen zählen neben Fischen unter anderem auch Weichtiere wie Muscheln, Krebstiere und Algen.
Niedersachsen lag auch im Jahr 2024 mit einem Zuwachs zum Vorjahr um 2,5% deutschlandweit an der Spitze der Aal-Produktion. Sie machte mit 1 190 Tonnen rund 45% der gesamten Fischproduktion von 2 633 Tonnen aus. Insgesamt erzeugten 87 Betriebe Fisch.
Neben Fisch hat die Produktion von Weichtieren – insbesondere Muscheln – in Niedersachsen eine wichtige Rolle. Diese nahm im Jahr 2024 wiederholt zu und steigerte sich zum Vorjahr (1 197 Tonnen) um 49,1% (1 784 Tonnen). Obwohl die Zucht von Muscheln stets von „guten“ und „schlechten“ Jahren geprägt ist, war der allgemeine Abwärtstrend der vergangenen Jahre alarmierend. Als Gründe können verschiedene Aspekte eine Rolle spielen. Zum einen schränkte besonders zwischen 2020 und 2022 die Covid19-Pandemie die Arbeit der Betriebe ein. Zum anderen beeinträchtigen Bautätigkeiten im Meer wie Kabelverlegung, Hafenausbau und aktuell auch LNG-Terminals und neue Offshore-Windparks immer wieder die Muschelbänke. Hinzu kommen Belastungen des Ökosystems durch den Klimawandel. Zudem können vermehrte Extremwetterereignisse wie Stürme und erhöhte Wassertemperaturen die Muschelsaat beeinträchtigen. Weiterhin bedrängen invasive Arten wie die pazifische Auster, die vom Menschen zur Züchtung ausgebracht wurde und sich seit Jahrzehnten im Wattenmeer ausbreitet, die heimischen Muscheln.

